AlpeAdria-Meisterschaftswochenende in Rijeka mit Problemen

Der losgelöste Schalthebel...

Obwohl das Wetter gehalten hat und bis auf schwere Sturmböen am Sonntag somit sehr gut war, ist das Wochenende für mich alles andere als gut gelaufen.

Wahrscheinlich hatte ich mein Glück schon am Pannoniaring zum Großteil vorerst verbraucht…

Rumpelpiste macht Probleme

Schon in den freien Trainings machte es sich bemerkbar, dass ich 2016 noch nicht auf dieser Rumpelpiste trainiert hatte. Das Fahrwerk passte noch nicht und es fiel mir sehr schwer, mich an die extremen Bodenwellen und den sehr schlechten Zustand des über 20 Jahre alten Asphalts zu gewöhnen. Im Qualifying konnte ich mit einer Rundenzeit von 1:33,258 nur den 9. Startplatz herausfahren, da das Starterfeld sehr nah beisammen war. – Position 4 bis 10 lagen innerhalb einer Sekunde.

Im Samstagsrennen verlor ich beim Start gleich ein paar Plätze, da ich mich erst an meine neue Kupplung gewöhnen musste.  Es hat einige Runden gedauert, bis ich mich wieder nach weiter vorne gekämpft hatte. Jedoch war die Führungsgruppe schon zu weit weg und ich konnte das Rennen auf dem 10. Platz beenden.

Schalthebel klemmt

Am Sonntag startete ich von P11. Ich kam Gott sei Dank schon ziemlich gut mit meiner neuen Kupplung zurecht und so bog ich als 11. in die erste Kurve ein. In den ersten 3 Runden verlor ich durch ein paar Überholmanöver wieder wichtige Zeit auf die Führungsgruppe. Als ich mich endlich freigefahren hatte und richtig in den „Flow“ kam, konnte ich zu Beginn der Gegengeraden plötzlich nicht mehr hinauf schalten. Ich hing im 4. Gang fest. Auf der Startziel-Geraden konnte ich mit Gewalt wieder in den 6. Gang hinauf schalten, doch beim Anbremsen der ersten Kurve, die normal mit dem 3. Gang gefahren wird, konnte ich nicht mehr hinunter schalten. Mit circa 290kmh flog ich auf die 90Grad Linkskurve zu und konnte meine Geschwindigkeit durch die fehlende Motorbremse um Haaresbreite noch genug reduzieren, um die Kurve noch irgendwie zu erwischen und nicht ins Kiesbett zu fahren.

Nun war mir klar, dass der Schalthebel sich löste und am Motordeckel klemmte.

Ich konnte danach noch mit gezielten Tritten auf den Ganghebel bis in den 4. Gang hinunter schalten, bevor der Schalthebel ganz von der Schaltwelle herunterrutschte.

Katastrophe, dachte ich mir! Gerade super in Fahrt gekommen, motiviert, mich nach vorne zu kämpfen, machte mir dieser technische Defekt einen Strich durch die Rechnung. Ich spielte kurz mit dem Gedanken aufzugeben und in die Box zu fahren, um nicht einen Sturz zu riskieren, da der Schalthebel noch am Gelenk hing und in jeder Linkskurve am Asphalt schrammte und mein Motorrad im schlimmsten Fall aushebeln hätte können.

Doch ich machte weiter und versuchte das noch weitere 9 Runden andauernde Rennen so - nur im 4. Gang - zu beenden.

Dass ich durch dieses Handicap viele Plätze verlor, versteht sich von selbst. Ich drehte jedes Mal auf der Startzielgeraden und der Gegengeraden den Motor voll in den Drehzahlbegrenzer, der bei 14.200 Umdrehungen pro Minute den Vortrieb beendete und mein Motorrad nur mehr maximal 241kmh (im vierten Gang!!!) laufen ließ. Somit fehlten mir auf den beiden langen Geraden Streckenabschnitten fast 50kmh Topspeed. In engeren Kurven, die normal im 2. oder 3. Gang gefahren werden, fiel mir die Drehzahl zu sehr ab und ich konnte nicht so hart heraus beschleunigen.   Trotzdem konnte ich so noch 1:35,8 bis 1:36,x Rundenzeiten fahren und den 13. Platz ins Ziel retten.

 

Ich bin zwar sehr enttäuscht, dass mir durch diesen sehr ärgerlichen Defekt ein besseres Ergebnis verwehrt blieb, bin aber trotzdem stolz, dass ich die Nerven nicht weggeschmissen, sondern weitergekämpft habe und deshalb doch noch 3 Meisterschaftspunkte einfahren konnte.

 

Das nächste Meisterschaftsevent von 15.-17.Juli in Most (Tschechien) wird auf der für mich fast gänzlich unbekannten Rennstrecke wahrscheinlich auch nicht viel leichter.

 

Trotzdem werde ich wieder alles geben, um vielleicht doch ein Top-Ergebnis erreichen zu können.

 

Danke an meine Sponsoren, die auch nach solch weniger „glänzenden“ Rennwochenenden hinter mir stehen und mich bestmöglich unterstützen….

Danke vor allem „Carisma.at“, „Kogler Werbetechnik“, „Euromotors Graz“, „Sportnahrung.at“, „FiMa-Racingparts“, „Remus-Sportauspuff“, „Kledo-Graz“, „2Rad-Kemmer“, „WiTri GmbH“, ….

 

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