Rennbericht FIM European Alpe Adria Championship Rijeka (Kroatien) 19.-21.6.2015

Freitag:

Da ich am Donnerstag erst spät und übermüdet in Rijeka angekommen bin, wollte ich das erste von 5 Trainings auslassen, um etwas ausschlafen zu können und dafür für die folgenden Trainings in fitter Verfassung zu sein. Gott sei Dank konnte ich es dann aber doch nicht erwarten. Ich beschloss gleich von Anfang an mit zu trainieren, da ich sowieso schon einen leichten Trainingsrückstand hatte und viele der Konkurrenten auch schon den Donnerstag als zusätzliche Trainingseinheit genutzt hatten, was für mich arbeitsbedingt allerdings nicht möglich gewesen war.

Die ersten zwei Trainings konnten noch bei trockenen Bedingungen stattfinden, aber  alle weiteren Trainingseinheiten  an diesem Tag waren durch ständig kurzfristig einsetzenden Regen und dadurch  wechselnden Bedingungen nicht sinnvoll zu nutzen. Für Slicks war es zu nass und für Regenreifen war zu wenig Wasser auf der Strecke.

Allerdings konnte ich bei den ersten zwei Trainings gleich ein gutes Gefühl aufbauen und mich motiviert auf Samstag vorbereiten.

Samstag:

Das Wetter für Samstag schien wieder wechselhaft zu werden, jedoch sollte zumindest das Qualifying trocken bleiben.

Beim Quali entschied ich mich, zuerst mit gebrauchten Reifen ein paar zügige Runden zu drehen, um erst meinen Kopf wieder an die Geschwindigkeit zu gewöhnen und  nicht dabei schon neue Reifen zu verbrauchen und den perfekten Grip, der leider nur ein paar Runden anhält, zu verschwenden.

Nach einem kurzen Boxenstopp inklusive Reifenwechsel auf neue Dunlop Slicks fuhr ich wieder mit voller Motivation zurück auf die Strecke, um eine gute Rundenzeit für die Startaufstellung zu schaffen. Leider löste sich genau am Anfang meiner ersten fliegenden Runde der Schalthebel,  wodurch ich im vierten Gang festhing. Also zurück an die Box, wo mir ein Freund den Schalthebel  fixierte. Mit dem wieder funktionstüchtigen Einsatzgerät gelang mir in den letzten verbleibenden Minuten des Qualifyings eine schnelle Runde mit einer Zeit von 1:33,118,wodurch ich mir den 5. Startplatz in der Superstock 1000 Klasse sicherte.

Top  motiviert bereitete ich mein Motorrad mit neuen Slicks „bewaffnet“ auf das 1. Rennen am Nachmittag vor.

Leider begann es 10 Minuten vor dem Start zu schütten und mir blieb fast keine Zeit mehr, auf Regenreifen zu wechseln.  Für die Startaufstellung wurde ich nicht rechtzeitig fertig und musste das Rennen aus der Boxengasse starten, wodurch ich gleich am Beginn mit Abstand Letzter war. Es dauerte einige Runden bis ich mich einigermaßen an den phenomenal-guten Regen-Grip von Rijeka  gewöhnte. Schließlich konnte ich mich doch wieder auf Position 9 vorkämpfen. 

Mit diesem Rennen konnte ich nicht ganz zufrieden sein. Trotzdem war ich froh, dass alles heil geblieben war und ich habe gelernt, dass man auf dieser Strecke schon einige Runden im Regen gedreht haben muss, um für den irren Speed genug  Vertrauen aufzubauen.

Sonntag:

Beim zweiten Qualifying am Sonntagvormittag konnte ich meinen Startplatz wegen ein paar langsameren Fahrern auf der Strecke, die ich nicht ohne Zeitverlust überholen konnte, nicht mehr verbessern. Jedoch konnten sich auch meine Konkurrenten nicht mehr steigern und somit durfte ich wieder vom 5. Startplatz starten.

Kurz vor dem Start entschied ich mich für die etwas härtere Reifenmischung um nicht in den letzten Rennrunden mit abbauendem Reifengrip kämpfen zu müssen. Wie leider nicht zum ersten Mal kam ich beim Start nicht perfekt weg und musste ein paar Positionen „verschenken". Fest entschlossen, meinen schlechten Start wieder gut zu machen und mir die verlorenen Positionen zurückzuholen, begann ich gleich von Anfang an zu pushen und bemühte mich, keinen Meter mehr zu verschenken. Am Anfang fuhr ich nicht ganz so schnelle Rundenzeiten wie sie womöglich mit der weicheren Reifenmischung möglich gewesen wären, da der Hinterreifen beim Herausbescheunigen aus den Kurven ziemlich viel rutschte und mir somit ein bisschen Geschwindigkeit auf den Geraden fehlte. Trotzdem konnte ich mich bis auf Platz sechs zurück kämpfen. Gegen Mitte des Rennens begann es vor allem im hinteren Streckenabschnitt leicht zu regnen. Trotz konstanter Rundenzeiten zwischen 1:33,8 und 1:34,5 konnte ich den Abstand zum Vordermann nicht mehr aufholen und finishte auf Platz 6.

Glücklich darüber, das doch etwas turbulente Wochenende gut und sicher über die Bühne gebracht zu haben, blicke ich voll motiviert auf die nächsten Rennen und bin mir sicher, dass ich meine Performance weiter steigern kann. Der Spaß an diesem Sport ist jedenfalls wieder voll da und das Gefühl schon fast wieder so gut wie vor meinem Crash.

Vielen Dank an meine Sponsoren, ohne die dies alles nicht möglich wäre!!!